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Wie du als DSB oder ISB auch ohne Entscheidungsbefugnis echte Wirkung erzielen kannst.
Führung ohne formale Macht – das klingt zunächst nach einem Widerspruch. Und doch ist es genau die Realität vieler Datenschutz-, Informationssicherheits- und KI-Beauftragter. Keine Weisungsbefugnis, keine Budgethoheit, keine Entscheidungskompetenz – aber eine enorme Erwartungshaltung.
„Dafür haben wir Sie doch“, oder „Die Geschäftsführung will das so“ – diese Sätze gehören für viele zum Alltag. Die eigentliche Herausforderung liegt dabei selten im Fachlichen, sondern im Spannungsfeld zwischen Verantwortung, Einfluss und Selbstschutz.
Die gute Nachricht: Wirkung entsteht nicht durch Macht. Wirkung entsteht durch Klarheit, Beziehung und Haltung.
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Bevor du im Unternehmen etwas bewegen kannst, musst du eine zentrale Frage für dich selbst beantworten: Wer bin ich – und wer bin ich nicht?
Als Datenschutz- oder Informationssicherheitsbeauftragter bist du weder Blockierer noch Feuerwehr kurz vor dem Go-Live. Du bist auch nicht die IT-Polizei und ganz sicher nicht derjenige, der „alles regelt“.
Deine Rolle ist rechtlich klar umrissen: informieren, beraten, überwachen, sensibilisieren.Nicht entscheiden. Nicht umsetzen. Nicht die Verantwortung des Managements übernehmen.
Genau hier entsteht jedoch häufig ein Missverständnis – auf beiden Seiten. Unternehmen erwarten Verantwortung, obwohl sie rechtlich beim Verantwortlichen liegt. Beauftragte übernehmen mehr, als sie müssten, weil sonst „nichts passiert“. Das führt schnell zu Überlastung – und langfristig zu Frust.
Wirkung beginnt deshalb mit einer klaren inneren Haltung: Du bist Sparringspartner, Übersetzer und Frühwarnsystem – kein Alleskönner.
Unser Job ist nicht, Entscheidungen zu treffen. Unser Job ist es, dafür zu sorgen, dass Entscheidungen informiert getroffen werden.
Wenn du nichts entscheiden darfst, stellt sich zwangsläufig die Frage: Wie erreiche ich trotzdem, dass sich etwas bewegt?
Die ehrliche Antwort ist unbequem – aber wirkungsvoll: über Beziehungen.
Datenschutz und IT-Sicherheit sind selten rein fachliche Themen. Häufig stecken Emotionen dahinter: Zeitdruck, Angst vor Mehraufwand, Budget-Sorgen oder schlicht Gewohnheit.
Wer sofort mit Artikeln, Paragrafen oder Verboten argumentiert, verliert schnell. Wer zuerst verstehen will, gewinnt. Führung ohne Macht bedeutet: erst Beziehung, dann Sache.
Oft geht es nicht um die Frage, ob etwas erlaubt ist, sondern darum, warum jemand etwas unbedingt will – oder auf keinen Fall ändern möchte. Wer diese Ebene ignoriert, wird als Verhinderer wahrgenommen, selbst wenn er fachlich recht hat.
Viele Konflikte im Datenschutz und in der IT-Sicherheit entstehen nicht aus inhaltlichen Differenzen, sondern aus Missverständnissen. Ein klassischer Fehler dabei: Alle bekommen dieselbe Sprache – unabhängig davon, ob du mit der Geschäftsführung, der IT, dem Marketing oder der Personalabteilung sprichst.
Genau hier liegt jedoch eine deiner größten Stärken: die Rolle des Übersetzers. Du bewegst dich zwischen Recht, Technik, Business und Alltag – und genau diese Perspektiven musst du miteinander verbinden. Gesetzestexte, Normen und Artikel sind wichtig, helfen intern aber nur begrenzt weiter, wenn sie nicht in die Realität des jeweiligen Gegenübers übersetzt werden.
Akzeptanz entsteht dort, wo Menschen verstehen, was etwas für sie bedeutet. Fragen wie „Was heißt das konkret für euren Arbeitsalltag?“ oder „Was passiert, wenn wir das nicht tun?“ schaffen mehr Klarheit als jeder Verweis auf Paragrafen. Wer die Auswirkungen greifbar macht, holt andere ins Boot – statt sie vor den Kopf zu stoßen.
Je besser dein Gegenüber dich versteht, desto weniger wirst du als Bremse wahrgenommen. Stattdessen wirst du zum Lösungsfinder, der Orientierung gibt und Sicherheit schafft. Und genau das erhöht deinen Einfluss – ganz ohne formale Macht.
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Gerade in Zeiten neuer Gesetze, unklarer Rechtsprechung und sich ständig verändernder technischer Rahmenbedingungen ist es unrealistisch – und gefährlich –, immer sofort eine eindeutige Antwort zu erwarten. Datenschutz, IT-Sicherheit und KI-Compliance leben nicht von Absolutheiten, sondern von Abwägungen, Risikobetrachtungen und sauberen Begründungen.
„Das ist noch nicht abschließend geklärt“ ist keine Schwäche. Im Gegenteil: Es ist eine professionelle, ehrliche und verantwortungsvolle Position – wenn sie begründet ist.
Deine Aufgabe ist es nicht, allwissend zu sein. Deine Aufgabe ist es, Orientierung zu geben. Das bedeutet vor allem: verlässlich zu sein. Verlässlichkeit entsteht nicht durch perfekte Antworten, sondern durch Transparenz und Struktur. Dazu gehört, klar zu sagen, was du weißt und worauf sich diese Einschätzung stützt, offen zu benennen, wo Unsicherheiten bestehen oder Informationen fehlen, und deutlich zu machen, wie der nächste Schritt aussieht und wann eine belastbare Rückmeldung zu erwarten ist.
Diese Klarheit schafft Vertrauen – auch dann, wenn das Ergebnis nicht sofort vorliegt. Sie signalisiert: Das Thema ist ernst genommen, es ist in Bearbeitung, und es wird nicht unter den Teppich gekehrt.
Ebenso wichtig ist es, Grenzen klar zu ziehen. Es gibt Situationen, in denen deine Rolle endet – etwa bei komplexen juristischen Fragestellungen, formalen Verfahren mit Aufsichtsbehörden oder Spezialthemen außerhalb deiner fachlichen Tiefe. In solchen Fällen gehört Professionalität dazu, klar zu sagen: „Ab hier brauchen wir juristische oder fachliche Unterstützung.“ Das ist kein Zeichen von Unsicherheit, sondern von Verantwortung. Du schützt damit nicht nur dich selbst vor falschen Erwartungen oder persönlicher Haftung, sondern auch das Unternehmen vor Fehlentscheidungen, die auf einer vermeintlichen Sicherheit beruhen, die es so gar nicht gibt.
Klarheit schlägt Perfektion – immer.
Ein pauschales „Nein“ ist schnell ausgesprochen. Es fühlt sich klar an, vermeintlich sicher – und ist doch in den meisten Fällen wirkungslos. Denn ein kategorisches Verbot beantwortet selten die eigentliche Frage, die hinter einer Anfrage steckt. Es beendet das Gespräch, statt es zu führen.
In der Praxis geht es meist nicht darum, ob etwas geht, sondern wie ein Ziel erreicht werden kann, ohne unnötige Risiken einzugehen. Erfolgreiche Beauftragte setzen deshalb nicht beim Verbot an, sondern bei der Motivation dahinter. Sie fragen nach dem eigentlichen Ziel, analysieren das konkrete Risiko und prüfen, ob es mildere oder alternative Wege gibt, um beides miteinander in Einklang zu bringen.
So entsteht ein anderes Gespräch. Nicht mehr „Datenschutz gegen Fachbereich“, sondern eine gemeinsame Suche nach einer tragfähigen Lösung. Vielleicht nicht exakt in der gewünschten Form, vielleicht mit Einschränkungen oder zusätzlichen Maßnahmen – aber so, dass das Ziel erreichbar bleibt, ohne rechtliche oder sicherheitsrelevante Risiken unnötig zu erhöhen.
Wer so vorgeht, wird nicht als Verhinderer wahrgenommen, sondern als Ermöglicher. Und genau das stärkt langfristig den Einfluss im Unternehmen – auch ohne formale Macht.
Widerstände gehören zu deinem Alltag – unabhängig davon, wie gut du fachlich aufgestellt bist. Sätze wie „Das haben wir schon immer so gemacht“, „Dafür haben wir keine Zeit“ oder „Die Geschäftsführung will das so“ sind selten böse gemeint. Sie sind Ausdruck von Unsicherheit, Überforderung oder schlicht Gewohnheit.
Entscheidend ist, diese Aussagen nicht als Blockade zu verstehen, sondern als Einladung zum Gespräch. Hinter jedem Widerstand steckt ein Grund – und genau dort setzt wirksame Führung ohne Macht an. Statt zu kontern oder zu belehren, hilft es, den Kontext sichtbar zu machen: Warum reicht das „schon immer so“ heute nicht mehr aus? Welche neuen Anforderungen, Risiken oder Rahmenbedingungen haben sich verändert? Und welche Konsequenzen hätte es, nichts zu tun?
Widerstände lassen sich selten durch Druck auflösen, wohl aber durch Einordnung. Wenn du erklärst, warum sich etwas ändern muss, welches Risiko konkret besteht und welche Folgen realistisch sind, verschiebt sich die Diskussion. Aus einem Bauchgefühl wird eine Abwägung. Aus einem Reflex eine Entscheidung.
Am Ende darf – und muss – das Management entscheiden. Deine Aufgabe ist es nicht, jede Entscheidung zu verhindern, sondern dafür zu sorgen, dass sie informiert getroffen wird. Genau dadurch bleibst du wirksam, selbst wenn das Ergebnis nicht deiner Empfehlung entspricht.
Datenschutz, IT-Sicherheit und Compliance lassen sich heute nicht mehr im Alleingang stemmen. Die Themen sind zu komplex, die Anforderungen zu vielfältig und die Schnittstellen zu zahlreich. Wer versucht, alles allein zu tragen, wird zwangsläufig zum Flaschenhals – und verliert Wirkung.
Wirksam wird, wer sich Verbündete sucht. In jedem Unternehmen gibt es Menschen mit Einfluss, die offen für Sicherheits- und Compliance-Themen sind. Diese Personen sind nicht immer formell zuständig, haben aber Gewicht in Entscheidungen oder prägen die Haltung ihrer Bereiche. Genau dort liegt dein Hebel.
Statt alle überzeugen zu wollen, lohnt es sich, gezielt zu investieren: Wissen teilen, frühzeitig einbinden, Verantwortung verteilen. Wer versteht, warum etwas wichtig ist, handelt auch ohne direkte Aufforderung richtig – und wird zum Multiplikator.
So entsteht ein Netzwerk, das trägt. Entscheidungen werden nicht mehr „vom DSB“ angestoßen, sondern aus dem Unternehmen heraus. Das entlastet dich, erhöht die Akzeptanz und sorgt dafür, dass Sicherheit kein Einzelthema bleibt, sondern Teil der Unternehmenskultur wird.
Der vielleicht wichtigste Punkt – und zugleich der, der am häufigsten übergangen wird: Du bist nicht für alles verantwortlich:
Deine Rolle ist es, hinzuweisen, zu beraten und Risiken sichtbar zu machen. Mehr nicht. Wenn du versuchst, Verantwortung zu übernehmen, die rechtlich und organisatorisch nicht bei dir liegt, schadest du langfristig nicht nur dir selbst, sondern auch deiner Wirksamkeit.
Führung ohne Macht erfordert deshalb klare innere Grenzen. Du darfst Dinge benennen, dokumentieren und eskalieren – und sie anschließend auch liegen lassen, wenn bewusst anders entschieden wird. Das ist kein Versagen, sondern professioneller Selbstschutz.
Selbstfürsorge bedeutet auch, die eigene Belastung ernst zu nehmen. Wenn Aufgaben, Themen oder Erwartungen dauerhaft nicht leistbar sind, gehört es zu deiner Verantwortung, das offen anzusprechen. Ressourcen, Prioritäten und Zuständigkeiten sind keine persönlichen Schwächen, sondern strukturelle Fragen.
Nur wer diese Grenzen kennt und wahrt, bleibt langfristig handlungsfähig. Und nur wer handlungsfähig bleibt, kann dauerhaft Wirkung entfalten – auch ohne formale Macht.
Führung ohne formale Macht ist keine Schwäche – sie ist eine anspruchsvolle Führungsform. Wer ohne Weisungsbefugnis wirkt, braucht keine Titel oder Entscheidungskompetenzen, sondern Klarheit, Haltung und die Fähigkeit, Menschen mitzunehmen.
Als DSB oder ISB führst du nicht durch Anordnung, sondern durch Orientierung. Du übersetzt komplexe Anforderungen, machst Risiken greifbar, eröffnest Handlungsoptionen und sorgst dafür, dass Entscheidungen bewusst getroffen werden. Damit übernimmst du eine zentrale Rolle für Stabilität, Sicherheit und Zukunftsfähigkeit des Unternehmens – auch wenn sie auf dem Papier oft unscheinbar wirkt.
Wirkung entsteht dort, wo du Beziehungen aufbaust statt Paragrafen zu reiten, Alternativen aufzeigst statt zu blockieren und Grenzen ziehst, statt alles auf dich zu laden. Genau diese Kombination macht den Unterschied zwischen fachlicher Präsenz und echter Wirksamkeit.
Und nicht zuletzt gilt: Du musst nicht alles tragen. Du darfst abgeben, dokumentieren, eskalieren – und loslassen. Führung ohne Macht funktioniert nur dann nachhaltig, wenn du dich selbst dabei nicht verlierst.
Was du tust, ist wichtig.Was du leistest, schützt Unternehmen.Und jemand muss es tun.
Auch ohne Macht.
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